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Den Opfern der Karfreitagsmorde ein Gesicht geben

Botschafter*innen der Erinnerung organisieren virtuelles Gedenken im Internet – 10.4.2020 – 15:00 Uhr

Seit 2012 sind die Botschafter*innen der Erinnerung jedes Jahr am Karfreitag in der Dortmunder Bittermark aktiv. Mit ihrem Weg der Erinnerung und ihren eindrucksvollen Beiträgen bereichern sie das Gedenken an die Opfer der Karfreitagsmorde in Rombergpark und Bittermark. „Den Opfern ein Gesicht geben“ ist Leitmotiv ihres Engagements. Immer wieder erproben sie neue Formen des Gedenkens. Sei es das gemeinsame Erinnern mit französischen Jugendlichen oder die Kooperation mit Künstler*innen in Form von Tanz, Lyrik und Musik.

Auch im Jahr 2020 werden die engagierten Jugendlichen, der über 200 Opfer der Karfreitagsmorde gedenken. Geschehen wird dies im Internet. Seit dem 19. März erinnert ihr virtueller Weg der Erinnerung an ausgewählte Opfer der Karfreitagsmorde. Zu sehen ist er bei Facebook und Instagram. Jeden Tag wird ein Mensch mit Foto oder Video und erläuternden Texten vorgestellt. Damit geben sich die Botschafter*innen der Erinnerung aber nicht zufrieden. Deshalb erarbeiten sie gemeinsam eine virtuelle Gedenkveranstaltung. Einzelvideos werden von den Jugendlichen zu Hause oder im Rahmen gemeinsamer Videochats erstellt. In ihren Beiträgen stellen sie ausgewählte Biographien vor, berichten über ihre persönliche Motivation und verlesen die bekannten Namen der Opfer. Ergänzend wird ein Beitrag von Ar.kod.M e.V. besonders auf die sowjetischen Opfer eingehen. Ihre Namen sind bis heute oft nicht offiziell bestätigt. Ar.kod.M e.V. widmet sich dem Gedenken an die sowjetischen Opfer und will Licht in das Dunkel von Opferzahlen und Namen bringen.

Künstlerische Beiträge des Lyrikers Thorsten Trelenberg, des Liedermachers Boris Gott und des Pianisten Marcel Ritter von The Plings ergänzen das Programm. Auch sie erstellen exklusive Beiträge für die Gedenkveranstaltung. Mit einer Videobotschaft beteiligt sich auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Er begleitet die Botschafter*innen der Erinnerung seit ihren Anfängen bei einer gemeinsamen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. Besonders freuen sich die Jugendlichen aber über die Beteiligung aus Frankreich. Madame Nicole Godard, Vorsitzende des Verbandes der Zwangs- und Arbeitsdeportierten, wird mit einer Videobotschaft beteiligt sein.

Für die Botschafter*innen der Erinnerung ist diese Form des Gedenkens Neuland. Ihre Souveränität im Umgang mit digitalen Medien und ihr Wille die Erinnerung wach zu halten erleichtert ihnen die aktuelle Vorgehensweise. Auch wenn Videochats mit 15 Beteiligten manchmal hohe Anforderungen an Konzentration und Disziplin stellen, sprechen die bisherigen Ergebnisse bereits für sich. Am 10. April 2020 wird das Video um 15:00 auf Facebook und YouTube live gehen.

Die Botschafter*innen der Erinnerung

Vor neun Jahren begann die Geschichte der Botschafter*innen der Erinnerung. Eine gemeinsame Gedenkstättenfahrt führte Oberbürgermeister Sierau, Dortmunder Jugendliche und Vertreter*innen von Stadt und Jugendring nach Auschwitz. Im Angesicht der unvorstellbaren Grausamkeit von Auschwitz gab die gemeinsame Entscheidung die Erinnerung für zukünftige Generationen wach zu halten neue Kraft. Entstanden ist ein Partizipationsprojekt in dem junge Menschen die Möglichkeit erhalten Erinnerungsarbeit aktiv zu gestalten. Immer wieder gelingt es Ihnen neue Jugendliche zu gewinnen. In den vergangenen Jahren wurden etwa 300 junge Menschen zu Botschafterinnen und Botschaftern der Erinnerung ernannt. Sie sind authentische Vorbilder, Gesprächspartner und Gedankengeber für Gleichaltrige. Mehrere 1.000 Jugendliche erreichen sie jährlich mit ihren Aktivitäten. Begleitet und unterstützt werden sie vom Jugendring Dortmund

Weitere Infos:

www.facebook.com/BotschafterInnenDerErinnerung/

www.youtube.com/channel/UCiyFV4jf7gSAgmQFnaONgqw

vimeo.com/user52086961




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